Spyware – der unsichtbare Feind

Viren, Trojaner, Ransomware, Adware, Spyware – die Techniken der Cyber-Kriminellen sind so vielseitig wie unübersichtlich. Darum will ich Euch diesmal ein wenig über Spyware aufklären. Was ist Spyware? Wie macht sich Spyware bemerkbar? Wie kann ich mich gegen Spyware schützen? Zum Abschluss gibt es noch zwei kleine „Geheimtipps“, die eigentlich keine sind, die ich aber bedenkenlos weiterempfehlen kann.

Was ist Spyware?

Ganz im Gegensatz zur aktuellen Ransomware-Welle soll Spyware erst einmal keinen direkten Schaden an einem „infizierten“ Rechner anrichten. Unter den Begriff Spyware fallen vor allem Programme, die ohne Wissen des Nutzers auf einem PC oder Handy aktiv sind. Diese Spionagesoftware protokolliert Benutzereingaben mit, beispielsweise wenn sich ein Nutzer in einem Onlineshop, bei seinem Bankkonto oder auch auf seinem Facebook-Konto einloggt. Des Weiteren sammelt sie Informationen über den befallenen Rechner, die darauf installierten Programme sowie die Surfgewohnheiten und Vorlieben des Nutzers. Diese Daten übermittelt das Programm dann an Hacker oder dubiose Anbieter, die sie wiederum für ihre Zwecke missbrauchen. Spyware ist meist keine eigenständige Software, sondern Teil eines anderen „Wirtprogramms“.

Wie macht sich Spyware bemerkbar?

Spyware tritt in den verschiedensten Formen auf:

Spyware und Adware im Vergleich

Meistens werden Spyware und Adware gleichgesetzt. Man muss aber zwischen beiden Software-Arten unterscheiden, da Adware meist wesentlich weniger schädlich ist und sogar in der Regel völlig legal auf dem eigenen Rechner landen kann.

Spyware zielt vor allem darauf ab, Identitätsdaten zu stehlen, die auf einem Rechner, Smartphone oder Tablet gespeichert sind. Adware ist hingegen – nicht zu verwechseln mit eben erwähntem Browser-Hijacker – eine Software, die etwa auf dem Rechner Werbung anzeigt, Informationen über das Nutzerverhalten sammelt und diese an den Auftraggeber weiterleitet. Adware ist außerdem häufig in kostenfreien Versionen von Software integriert. Mit den Daten über sein Surfverhalten „bezahlt“ der Nutzer dann gewissermaßen für das Programm.

An welchen Merkmalen erkennt man Spyware?

Wie kann ich mich gegen Spyware schützen?

Sich vor Viren, Würmern, Ransom- oder Spyware zu schützen, ist im Internet-Zeitalter essenziell. Darum sollte auf allen Rechnern und auch mobilen Geräten eine wirkungsvolle Antivirus- und Antispyware-Software installiert werden.

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Es gibt aber auch Ausnahmen: Spyware kommt manchmal ähnlich wie Adware als lästiges Anhängsel in einem „Wirtsprogramm“ auf die Geräte, das als herkömmliche Anwendung fungiert. Entfernt man das Spyware-Modul aus dem Programm, kann es sein, dass die Anwendung ihren Dienst versagt. In mancher Software ist sogar per EULA (End User License Agreement) geregelt, dass die Spyware nicht entfernt werden darf. Tut man es doch, macht man sich strafbar. Selbst namhafte Anbieter verwenden Spyware, um Daten von Kunden zu erhalten: zum Beispiel der Windows Media Player von Microsoft, Tauschbörsen-Software, sogar einige Programme zum Virenschutz oder zur Abwehr von Hackern beinhalten Spyware. 100%igen Schutz gibt es also leider nicht.

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Darum ist es auch ratsam, regelmäßig Updates für Anwendungen und Betriebssysteme zu installieren, denn Angreifer nutzen gezielt Sicherheitslücken aus, um Spyware zu platzieren. Des Weiteren sollte man eine Firewall nutzen. Diese ist in den Antivirenprogrammen führender Anbieter bereits enthalten. Bei Windows 10 sind übrigens Antiviren-Software und Firewall ab Werk dabei…

Beim Surfen im Internet und der Nutzung von Social-Media-Plattformen sollten Nutzer ebenfalls aufpassen. Bei kostenlosen Angeboten wie Downloads von Software, Filmen oder Musik ist grundsätzlich immer Vorsicht geboten. Ebenso beim Besuch von Webseiten, die man nicht kennt.

Die Geheim-Tipps: Malwarebytes und Unchecky

Es kommt immer wieder mal vor, dass mich jemand anruft, dessen Rechner mit Malware bzw. Spyware infiziert wurde. In diesen Fällen konnte ich mir fast immer mit dem Anti-Malware-Tool von Malwarebytes behelfen. Die Software durchsucht den kompletten Rechner und schafft es meistens auch, ihn zu 100 % wieder von den Schädlingen zu befreien. Malwarebytes in der aktuellen Version 3.0 kann übrigens zusätzlich zu einer beliebigen Antiviren-Software installiert werden, da sich die beiden gegenseitig ergänzen und nicht behindern. Und wer bei der Premium-Version der Software kräftig sparen will, wird hier fündig.

Der zweite Tipp betrifft das kleine aber feine Tool Unchecky. Unchecky hilft bei der Abwehr unerwünschter Software, indem es verhindert, dass bei der Installation von Software die oben erwähnte Adware auf dem jeweiligen Rechner landet. Das Tool wählt dazu die entsprechenden Optionen während des Installationsvorgangs automatisch ab und warnt den Nutzer zusätzlich noch, wenn ein möglicherweise ungewünschtes Angebot akzeptiert werden soll. Unchecky richtet sich also hauptsächlich an Nutzer, die oft kostenlose Software installieren.


Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Netzsieger.de