Die Schüler des Microsoft-Experiments #PapierlosLernen im Exklusiv-Interview

Sebastian Franz und Marco Nagels sind zwei 16-jährige Schüler des Gymnasiums Thomaeum im niederrheinischen Kempen. Die Beiden verzichteten ein Jahr lang unter dem Motto „Tausche 2kg Papier gegen ein Surface mit Office“ im Unterricht komplett auf Papier. Stattdessen setzten sie auf das Surface 3 und Office 365 mit OneNote. Sie wollten so dem Unterricht besser folgen und sich mit ihren Aufzeichnungen anschließend auch auf Prüfungen und Klausuren vorbereiten.

Das Schuljahr neigt sich nun dem Ende zu, und die beiden Papierlosen haben mir bei einem kleinen Interview Frage und Antwort gestanden:

  1. Wie kamt Ihr dazu, Euch an dem Projekt #PapierlosLernen zu beteiligen?

Sebastian: Also den Anfang gemacht hat ja bekanntlich eine Mitschülerin von uns, Alena. Sie war gegen Ende des letzten Schuljahres einfach so frei, ihr iPad mit in den Unterricht zu bringen und darauf ihre Unterrichtsmitschriften zu machen. Daraufhin habe ich mich an Microsoft, beziehungsweise deren Presseabteilung, gewandt, ob man nicht Marco und mir zwei Surface-Tablets zur Verfügung stellen möchte. Wir beiden, als Informatik-Schüler und technikinteressierte Menschen, fanden solch ein Projekt einfach sehr interessant und wollten die Modernisierung in unserer Schule mal ein wenig anstoßen oder zumindest Aufmerksamkeit für die neuen Möglichkeiten aus technischem Fortschritt bei den Lehrern erzeugen.

Marco: Nachdem unsere Mitschülerin Alena letztes Schuljahr damit begonnen hat, ihre Unterrichtsmitschriften auf ihrem iPad zu machen, habe ich im letzten Monat des vorigen Schuljahres ebenfalls damit begonnen, meine Mitschriften auf dem Computer anzufertigen, allerdings anfangs nur in Informatik und später auch in Biologie. Zu diesem Zeitpunkt war das Projekt von meiner Seite noch nicht ausgereift, die Mitschriften waren noch Word-Dokumente, für jeden einzelnen Tag abgespeichert, und ich habe die Mitschriften entweder auf meinem alten ThinkPad Laptop, der mit der Dockingstation gut 10 cm hoch und dementsprechend schwer war, oder auf meinem neuen 17 Zoll Laptop, der ebenfalls platzmäßig denkbar schlecht für den Alltag geeignet war, angefertigt. Kurz vor den Ferien hat mich dann Sebastian angesprochen, ob ich nicht Interesse an diesem Projekt hätte, was ich natürlich hatte.

  1. Wie haben Eure Schulleitung / Eure Lehrer auf das Projekt reagiert? Gab es Schwierigkeiten, das Projekt in den regulären Unterricht einzubinden? Was sagen Eure Eltern?

Sebastian: In der Lehrerschaft unserer Schule haben wir einen Lehrer, Herrn Brinkmann, welcher auch schon einen Blogbeitrag bei Microsoft verfasst hat, gefunden, der uns unterstützt hat. Er hat sich mit der Schulleitung beschäftigt, welche auch vom Projekt angetan war. Und als die Schulleitung das Projekt gutgeheißen hat, hatten die anderen Lehrer kaum eine andere Wahl, als sich nicht querzustellen. Aber es gab auch keine wirklichen Missbilligungen von Lehrerseite aus, höchstens ein wenig Anfangsskepsis.
Meine Eltern waren auch sehr interessiert an dem Projekt und ihre einzige Auflage war eigentlich, dass meine schulischen Leistungen nicht unter dem Projekt leiden würden.
Die Einbindung in den Unterricht ging eigentlich sehr gut, nur dass immer noch eine ganze Menge Papier in Form von Arbeitsblättern anfällt.

Marco: Zum Thema Zustimmung durch Lehrer und Schulleitung habe ich Sebastian nichts hinzuzufügen. Meine Eltern waren auch sehr interessiert an dem Projekt und hatten neben der Auflage, dass meine schulischen Leistungen nicht unter dem Projekt leiden sollten auch noch die Hoffnung, dass sich durch das Projekt die Ansammlungen an Blättern endlich etwas reduziert werden würde, was letztendlich auch der Fall war.
Papier ist zwar noch nicht vollständig aus dem Unterrichtsalltag verbannt, jedoch ist die Menge der in Papierform vorliegenden Unterrichtsmaterialien drastisch reduziert worden.

  1. Gab es technische Probleme während der Projektphase? Habt Ihr etwas an Software/Apps vermisst?

Sebastian: Ja, technische Probleme gab es in der Startphase schon. Dies beschränkte sich aber vor allem auf kleinere Bugs im neuen Windows 10 Betriebssystem, welche durch das große 1511 Update fast alle weggefallen sind. Softwareseitig bewährt sich natürlich das Konzept, dass auf dem Tablet ein vollständiges Windows-Betriebssystem läuft, wodurch man alle Programme vom PC nutzen kann. Ob diese nun immer besonders Touch-geeignet sind, lasse ich an dieser Stelle einfach mal außen vor.
Office eignet sich als Komplettpaket für den Schulalltag sehr gut, einzig eine App fehlt noch: Office Lens. Wenn man schnell und unkompliziert Arbeitsblätter abfotografieren und bearbeiten könnte, wäre das noch ein riesiger Sprung nach vorne. Mir ist auch ehrlichgesagt schleierhaft, warum es Lens für Windows-Phones, Android und IOS gibt, nicht aber für das Surface. Denn gerade dieses eignet sich doch eigentlich super für solche Aufgaben.

Preis: Kostenlos
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Entwickler: Microsoft Corporation
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Marco: Technische Probleme sind nun mal bei einem solchem Projekt nicht auszuschließen, weshalb die anfänglichen „Macken“ von Windows 10 und Office nicht allzu überraschend waren. Doch mittlerweile sind diese Probleme größtenteils behoben, was einen nahezu reibungslosen Schulalltag ermöglicht.
Office Lens vermisse ich auch, da es eben immer noch einige Fächer und Lehrer gibt, die verstärkt auf Arbeitsblätter setzen und diese jedes Mal abzufotografieren ist doch sehr mühselig.

  1. Euer aktuelles Zwischenfazit?

Sebastian: Jetzt läuft alles ganz gut, aber ich bin gespannt, ob weitere Windows Updates noch weitere Fehler ausbügeln.

Marco: Ich denke, dass dieses Projekt in seiner jetzigen Form durchaus ein Vorläufer der Schule von Morgen darstellen könnte. Das Surface als Grundlage bietet viele Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Papier. Vor allem, wenn der Lehrer den bekannten Satz „Das gehört aber vor den anderen Text“ an die Schüler richtet und man dann auf Papier mit Pfeilen arbeiten muss, um die richtige Reihenfolge einzuhalten, kann man bei den digitalen Mitschriften mit relativ geringem Aufwand Texte verschieben oder andere Texte einfügen. Zudem findet man meistens ältere Mitschriften deutlich schneller wieder.
Deshalb bin ich sehr begeistert von diesem Projekt und hoffe auf weitere Programme und Verbesserungen von Windows, die einem den Schulalltag weiter erleichtern.

  1. Hat die Schule ebenfalls schon „Konsequenzen“ für die Zukunft gezogen, was das Thema „mehr Digitalisierung im Klassenzimmer“ betrifft?

Sebastian: Digitalisierung im Klassenzimmer ist ja schon seit einiger Zeit im Anmarsch, wenn auch sehr träge. Durch unser Projekt ist noch nichts vorangeschritten, doch Marco und ich arbeiten mit Herrn Brinkmann gerade an einem modernen WLAN für die Schule. Hoffentlich wird auf unser Projekt noch etwas folgen, auch wenn wir davon nichts mehr mitbekommen werden.

Marco: Unsere Schule wird nach und nach immer moderner, auch wenn das vermutlich nicht viel mit unserem Projekt zu tun hat.
Da wir selbst auch bei der Modernisierung helfen, sind dort die Surfaces ebenfalls sehr nützlich, da man immer ein handliches Gerät zu Diagnosezwecken oder für den Remotezugriff dabei hat.

  1. Wie geht es nach Abschluss des Projektes für Euch weiter?

Sebastian: An sich soll das Projekt dieses Schuljahr enden, doch wir würden ganz gerne noch für unser nächstes und letztes Schuljahr weitermachen. Und danach könnte ich mir auch gut vorstellen, im Studium weiter mit Tablets zu arbeiten. Aber so weit bin ich noch nicht.

Marco: Auch ich würde das Projekt gerne nächstes Jahr weiterführen. Ich glaube ebenfalls, dass mir das Surface später im Studium helfen könnte, sofern wir das Projekt so lange fortführen können.

Mehr zum Thema findet Ihr unter folgenden Links auf dem offiziellen Presse-Blog von Microsoft Deutschland:

Übrigens haben diverse Blogger-Kollegen bereits in Erfahrung bringen können, dass die im Punkt 3 angesprochene App Office Lens bald als Universal-App (UWP) für Windows 10 zur Verfügung stehen wird. Sie befindet sich derzeit noch in Entwicklung und kann von Microsoft-Mitarbeitern im Store heruntergeladen werden.

Ich danke Sebastian und Marco für ihre Antworten und wünsche ihnen an dieser Stelle viel Glück und Erfolg für ihr schulisches und berufliches Weiterkommen.