[Neue Serie] Tablets in der Schule – Windows, Android oder iOS?

In den kommenden Wochen und Monaten will ich mich mit einem Thema auseinandersetzen, das nicht nur Lehrer, sondern auch Eltern interessieren sollte. Nicht umsonst finden immer wieder Pressemitteilungen den Weg auf meinen Blog, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Der große Tenor ist hier relativ einstimmig: bessere IT-Ausstattung und der Einzug digitaler Lösungen in Form von Unterrichtsfächern oder auch unterrichtsbegleitenden Lösungen an den Schulen werden sowohl von Lehrern als auch Schülern und deren Eltern gefordert.

Aus der Sicht eines Vaters und Technik-Geeks will ich alle Aspekte dieses Themas beleuchten: was ist machbar, welche Lösungen gibt es bereits, wie finanziert man das, was muss man rechtlich beachten, etc.

Zum Einstieg will ich an dieser Stelle direkt darauf eingehen, welches Betriebssystem für Tablets an Schulen die bessere Wahl wäre.

Windows, Android oder iOS?

An erster Stelle steht beim Thema IT an Schulen immer die Frage nach der Finanzierung. Es sollte jedem einleuchten, dass man hier nicht allein dem Staat bzw. dem Bund den schwarzen Peter zuschieben sollte. Die Forderung, dass die Länder für alle Schulen und deren Schüler Tablets anschaffen, ist gleichermaßen realitätsfern als auch (zum Beispiel aus Datenschutzgründen) bedenklich. Das wird nicht passieren, denn dafür sind einfach nicht genug öffentliche Gelder vorhanden. Dies ist Fakt und das muss man akzeptieren.

Außerdem kommen vor dem Einsatz von entsprechenden Geräten viele Kostenfaktoren auf die Schulen zu: es müssen zahlreiche WLAN-Spots eingerichtet werden, Lehrer müssen geschult werden und Administratoren müssen sich um das Netzwerk und die Geräte kümmern. Das sind alles Kosten, die die Schulen schultern müssen, bevor man überhaupt daran denken kann, sogenannte Laptop-Klassen einzuführen. Diese speziellen Ausgaben kann man natürlich auch schlecht auf die Eltern abwälzen.

Dazu kommen dann aber noch die Kosten für die Tablets an sich. Und hier sehe ich schon die Eltern in der Pflicht, denn Schulbücher müssen schließlich auch von den Eltern bezahlt werden. Außerdem sind Tablets mittlerweile ausgereift genug, dass ein solches Gerät locker die Schullaufbahn von der sechsten bis zur zwölften Klasse durchhalten kann. Die einmaligen Kosten würden sich also mit der Zeit in Grenzen halten – jedes Jahr neue Bücher kaufen zu müssen ist da wesentlich teurer. Mit Sicherheit kann der Einsatz eines Tablets auch das ein oder andere Schulbuch obsolet machen.

Hardware und Kosten

Hier kommen wir zum nächsten Punkt – der Kostenfrage für die Geräte. Müssen Eltern die Tablets für ihre Kinder beschaffen, fallen meiner Meinung nach die iPads von Apple bereits aus dem Raster. Hier geht es bei Preisen von 300 Euro für das kleinste Modell “iPad mini 2” los. Schaut man zur Konkurrenz bekommt man für weniger Euro bei Geräten mit Android oder Windows wesentlich mehr fürs Geld geboten. Android Tablets mit ausreichend Leistung und Akkulebensdauer sind bereits für 100 bis 150 Euro erhältlich. Will man ein iPad oder Android-Tablet produktiv einsetzen, kommen noch Ausgaben von etwa 50 Euro für die Tastatur eines Drittanbieters hinzu. An dieser Stelle kommen nun die Windows-Tablets ins Spiel. Auch hier sind bereits Modelle für unter 100 Euro zu bekommen, Modelle mit Tastatur erhält man bereits ab 200 Euro. Diese sind ebenso leistungsfähig wie die Android-Pendants und auch deren Akkukapazität ist auf einen Arbeitstag ausgerichtet.

 

Plattformen, Software und Apps

Der nächste Punkt, der bei der Wahl eines geeigneten Betriebssystems zu beachten wäre, ist die Auswahl an Apps bzw. Software, die im Unterricht oder schulbegleitend eingesetzt werden können. Hier verfolgt jedes Betriebssystem einen anderen Ansatz. Apple mit iOS verfügt über einen separaten Bereich namens iTunes U. Google setzt im Bildungsbereich auf ein weiteres Betriebssystem namens Chrome OS und stellt hier unter Google for Education neben Hardware spezielle Lösungen sowie Apps und Tools zur Verfügung. Microsoft bündelt dagegen unter dem Dach von Microsoft Bildung die hauseigenen Produkte in speziellen Versionen für den Bildungsbereich, sowie die Apps und Produkte von Drittherstellern.

Eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Angebote würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Deshalb werde ich in den folgenden Artikeln erst einmal die einzelnen Angebote näher beleuchten. Im Anschluss behandle ich dann detailliert das Angebot an Apps und Software im jeweiligen App-Store.

Vorläufiges Fazit

Die Frage, welches Betriebssystem sich nun am besten eignet, lässt sich also an dieser Stelle noch gar nicht abschließend beantworten. Zudem sind die einzelnen Lösungen der drei großen Hersteller durchaus für unterschiedliche Szenarien geeignet. Schüler, die Privatschulen besuchen, haben mit dem finanziellen Aspekt weniger zu tun, können also am ehesten auf das Rundum-Sorglos-Paket mit dem angebissenen Apfel zurück greifen. An staatlichen Schulen sieht die Situation anders aus. Hier ist die Frage, wie viel Geld die einzelnen Schulen in die Hand nehmen können. Ist eine Office 365-Lösung im Einsatz? Oder wird auf Plattformen wie Scolibri bzw. EdYou zurück gegriffen? Oder soll alles so günstig wie möglich realisiert werden?

Eine Antwort dazu will ich nun mit dieser neuen Serie finden. Was denkt Ihr? Habe Ihr schon erste Tipps, Erfahrungen oder Fragen zum Thema? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.