RSS – Richtig Simple Sache

Viele Menschen sind heutzutage überfordert. Unter anderem kommen sie nicht mehr damit zurecht, der digitalen Informationsflut, die aus allen Richtungen auf sie einstürmt, Herr zu werden. Dabei gibt es wenigstens für dieses Problem eine einfache Lösung, und die besteht bereits seit 1999. Diese Lösung nennt sich RSS.

RSS wurde ursprünglich von Netscape für das “My Netscape Network” entwickelt. Damals stand die Abkürzung für Rich Site Summary, was übersetzt so viel bedeutet wie die “Zusammenfassung einer informationsreichen Seite”. Mit RSS wurde den Netscape-Nutzern die Möglichkeit geboten, sich individuelle Nachrichtenseiten zusammenzustellen, indem sie sich aus einem Pool von Nachrichtenquellen genau diejenigen auswählen konnten, für die sie sich am meisten interessierten.

Im Jahr 2000 hat dann die Firma UserLand Software inoffiziell die Weiterentwicklung des RSS-Standards übernommen, parallel dazu fand sich auch eine unabhängige Entwicklergruppe zusammen und arbeitete an einer eigenen Weiterentwicklung von RSS. Um dem Versions-Wirrwarr Herr zu werden, brachte die Firma UserLand Software im Jahre 2002 schließlich eine weitere Version des RSS-Standards heraus, diesmal mit der Versionsnummer 2.0, die bis heute den Quasi-Standard des Dienstes darstellt.

Die aktuelle Bedeutung von RSS seit der der Version 2.0 ist Really Simple Syndication, was übersetzt für “wirklich einfache/simple Verbreitung/Verteilung” stehen soll.

Vor allem die steigende Verbreitung von Blogs sorgte in den letzten Jahren für eine wachsende Verbreitung von RSS.

Adios, Google Reader

RSS liest man wie Twitter in einem sogenannten Feed. In diesem Feed stehen die neuesten Nachrichten an erster Stelle. Die meisten Websites und Blogs bieten heute einen RSS-Feed zum Abo an. Man kann dieses Abo wahlweise mit Feedreadern, externen Diensten, Mailprogrammen wie Outlook oder einem Browser wie Chrome und Firefox abonnieren. Die typische Adresse für so einen Feed lautet beispielsweise www.fuessenaktuell.de/index.php/feed.

Bis zum Juni 2013 hielt Google mit dem „Google Reader“ eine marktbeherrschende Stellung inne. Der Dienst sorgte dafür, dass die Nutzer ihre RSS-Feeds geräteübergreifend synchronisieren konnten. Aus monetären Gründen – der Service brachte kein Geld ein – nahm Google den Dienst schließlich vom Netz. Seitdem streiten sich vor allem die Anbieter Feedly, NewsBlur und Flipboard um die Gunst der Kunden.

Feedly und NewsBlur bieten dabei die klassische Ansicht. Abonnierte Nachrichtenquellen lassen sich hier in Gruppen sortieren und können so nacheinander abgearbeitet werden. Vor allem Feedly hat sich seit dem Ende von Google Reader als Alternative etabliert. Feedly lässt sich wie der Google-Dienst geräte- und plattformübergreifend synchronisieren. Für Smartphones und Tablets stehen dazu viele verschiedene Apps (Feedreader) zur Verfügung, die auf Feedly zurückgreifen.

Flipboard dagegen verfolgt als eigenständige App den Ansatz eines Magazins. Neben voreingestellten Quellen lassen sich auch eigene RSS-Feeds einbinden und in Kategorien einsortieren. Flipboard bereitet diese Feeds dann in Form eines digitalen Magazins auf, das man virtuell durchblättern kann.

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Geek – Deutsch / Deutsch – Geek

Browser – Webbrowser sind spezielle Computerprogramme zur Darstellung von Webseiten im World Wide Web oder allgemein von Dokumenten und Daten. Bekannteste Browser sind der Internet Explorer, Firefox, Chrome und Opera.

Feed – Ein Web-Feed (oder News-Feed) ist eine Technik zur einfachen und strukturierten Veröffentlichung von Änderungen auf Websites. Nachrichten werden dabei chronologisch aufgeführt.

Netscape – Netscape Communications war ein US-amerikanisches Softwareunternehmen, das ab 1994 den Webbrowser Netscape Navigator entwickelte und vermarktete. Der heutige Eigentümer und Inhaber der Marke „Netscape“ ist AOL, die Weiterentwicklung wurde am1. März 2008 eingestellt.

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