Spaß beim Lernen – Kann das sein? [Gastartikel]

Spaß und Lernen klingen meist wie zwei widersprüchliche Themen. Viele Eltern glauben nicht, dass Lernen Spaß machen kann. Obwohl Spaß am Lernen für den Lernerfolg wesentlich ist. Das Gehirn erinnert sich leichter, die Kinder müssen weniger nacharbeiten und die Lernatmosphäre ist positiver. Dennoch wird auf diese Komponente wenig Wert gelegt.

Für Michael Fritz , Lernforscher am ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, ist der Spaß eine der wichtigsten Voraussetzungen für effektives Lernen:

Lernen, das auf Dauer keinen Spaß macht, ist zwecklos. Lernsituationen sollten deshalb so angelegt sein, dass sie dem Lernenden mindestens am Schluss das Gefühl von Erfolg, von Können und damit auch von Freude und Spaß geben.”

Eine sehr einfache und sinnvolle Möglichkeit, mehr Spaß beim Lernen zu haben ist der Einsatz von den sogenannten Mnemotechniken .

Die Mnemotechniken wandeln Zahlen, Daten und Fakten (und auch Namen) in bewegte Bilder, Reime und Geschichten um. Diese Vorgehensweise ist sehr unkonventionell und bereitet Kindern große Freude – insbesondere beim Auswendiglernen.

Wir kennen die Mnemotechniken auch unter dem populären Begriff der “Eselsbrücke” – in jeder Grundschule lernen die Schüler Merksätze wie “wer nämlich mit h schreibt ist dämlich”. Viele Lehrer arbeiten in ihrem Unterricht hie und da mit Eselsbrücken, aber selten werden sie gezielt und konsequent eingesetzt.

Die sogenannten Mnemotechniken erfordern zwar etwas Übung, aber dafür bleibt der gelernte Stoff langfristig im Gedächtnis – eine Lerntechnik, die jeder anwenden kann, selbst Kinder mit Lern- und Konzentrationsschwächen.

Die Mnemotechniken sind Merktechniken und eignen sich daher insbesondere für Inhalte, in denen es darum geht, sich etwas zu merken – wie beim Sachunterricht, beim Lernen von Vokabeln, Hauptstädten oder Gedichten. Bei Fächern wie Mathematik eignen sie sich nur bedingt, da es dort um ein logisches Verständnis geht und weniger darum, etwas auswendig Gelerntes wiederzugeben. Dennoch ist es auch in der Mathematik nützlich ein paar Dinge auswendig zu wissen – etwa das kleine 1×1 .