Musikstreaming: Apple Music mit Family Plan

Apple hat am Dienstag Apple Music enthüllt. Apple Music ist ein Streaming-Dienst für Musik, ein weltweiter Live-Radiosender von Apple, der täglich 24 Stunden sendet und zugleich ein neuer Weg für Musikfans mit ihren Lieblingskünstlern in Verbindung zu treten. Der Dienst kombiniert die iTunes-Musiksammlung mit der Expertise von Musikfachleuten von Weltrang, die Wiedergabelisten für Nutzer von iPhone, iPad, iPod touch, Mac, PC, Apple TV und Android Phones zusammengestellt haben. Apple Music wird ab 30. Juni in über 100 Ländern verfügbar sein.

“Wir lieben Musik und der neue Dienst Apple Music gibt jedem Fan eine unglaubliche Erfahrung unmittelbar an die Hand”, sagt Eddy Cue, Senior Vice President Internet Software und Services von Apple. “Sämtliche Möglichkeiten, wie Leute es lieben Musik zu genießen werden in einer App vereint – ein revolutionärer Streaming-Dienst, ein weltweites Live-Radio und ein spannender Weg für Fans mit Künstlern in Kontakt zu treten.”

“Apple Music wird die Plattennadel für Fans und Künstler wirklich bewegen”, sagt Jimmy Iovine. “Online-Musik hat sich zu einem komplizierten Durcheinander an Apps, Services und Webseiten entwickelt. Apple Music vereint die besten Features, um ein Erlebnis zu schaffen, das alle Musikliebhaber zu schätzen wissen werden.”

Apple Music

Apple Music stellt den vollständigen Apple Music-Katalog dem Nutzer auf seinen favorisierten Geräten – nur einen Fingertipp entfernt – zur Verfügung. Beginnend mit der Musik, die man bereits kennt – entweder aus dem iTunes Store oder von eingelesenen CDs – lebt die Musik eines Nutzers nun gemeinsam an einem Ort mit dem Apple Music-Katalog mit über 30 Millionen Songs. Man kann jeden Song, jedes Album oder jede Wiedergabeliste, die man auswählt, streamen – oder sogar noch besser, man kann das Apple Music überlassen.

Kuration ist die Seele jeder Wiedergabeliste, die in Apple Music erstellt wurde. Apple hat die talentiertesten Musikexperten von überall auf der Welt angestellt, mit dem Ziel die perfekten Wiedergabelisten auf Basis der Vorlieben eines Nutzers zu erstellen. Und je mehr man hört, desto besser werden die Kuratoren. Der Bereich “For You” bei Apple Music bietet einen neuen Mix an Alben, Neuerscheinungen und Wiedergabelisten, die ausschließlich für den jeweiligen Nutzer personalisiert wurden.

Zusätzlich zu Kuration durch Menschen verfolgt ebenfalls Siri das Ziel den Nutzer dahingehend zu unterstützen, großartige Musik zu genießen und mit Apple Music Spaß zu haben. Beispielsweise kann man Siri fragen “Spiele mir die besten Songs des Jahres 1994 vor”, “Spiele den besten Song von FKA twigs ab” oder “Was war der Nummer 1-Hit im Februar 2011?”.

Apple Music Radio

Beats 1, der bisher erste Live-Radiosender von Apple, der sich vollständig der Musik und Musikkultur widmet, wird live in über 100 Länder senden. Beats 1 ist eine 24-stündige Hörerfahrung unter der Federführung einflussreicher DJs wie Zane Lowe in Los Angeles, Ebro Darden in New York und Julie Adenuga in London. Hörer auf der ganzen Welt werden die selbe großartige Programmgestaltung zum selben Zeitpunkt hören. In spannenden Sendungen auf Beats 1 werden exklusive Interviews, Gastmoderatoren und das Beste, was in der Welt der Musik geschieht, zu hören sein.

Apple hat auch das Radio neu gestaltet und rückt Kuration durch Menschen in den Vordergrund. Apple Music Radio bietet dem Nutzer Sender, die von einigen der weltweit besten Radio DJs erstellt wurden. Die neuen Sender umfassen eine Bandbreite an Genres, von Indie Rock bis zu klassischer Musik und von Folk bis hin zu Funk – jeder Sender wurde fachkundig zusammengestellt. Mit einer Mitgliedschaft kann man so viele Songs überspringen, wie man möchte, sodass man das Lied ändern kann, ohne dazu den Sender zu wechseln.

Apple Music Connect

Mit Connect in Apple Music steht Künstlern und Fans ab sofort eine Möglichkeit zur Verfügung, direkt miteinander in Verbindung zu treten. Über Connect können Künstler Liedtexte, Backstage-Fotos und Videos teilen oder sogar ihren neuesten Song unmittelbar an Fans direkt von ihrem iPhone aus veröffentlichen. Fans können sämtliche Posts eines Künstlers kommentieren oder “liken” und über Messages, Facebook, Twitter und E-Mail teilen. Und auf Kommentare kann der Künstler direkt dem Nutzer antworten.

Preise, Verfügbarkeit und Family Plan

Ab 30. Juni sind Musikfans auf der ganzen Welt zu einer dreimonatigen, kostenlosen Mitgliedschaft eingeladen, danach wird eine monatliche Abonnementgebühr von 9,99 US-Dollar pro Monat fällig. Es wird außerdem einen Family Plan geben, der den Dienst für nur 14,99 US-Dollar pro Monat bis zu sechs Familienmitgliedern zugänglich macht. Der Family Plan setzt iCloud Familienfreigabe voraus.

Weitere Informationen unter www.apple.com/de/icloud/family-sharing .

Die lokalen Preise werden zu einem späteren Zeitpunkt näher zur Markteinführung bekannt gegeben, dürftenjedoch wie gewohnt 1:1 vom Dollar-Preis übernommen werden.

Mein Senf dazu:

Der Dienst ist nun wirklich nicht so revolutionär, wie Apple ihn vermarktet. Eher wieder eine Reaktion auf das sich verändernde Nutzungsverhalten. Musik wird in Zukunft immer weniger gekauft, statt dessen greifen immer mehr Konsumenten auf Streaming-Dienste wie Spotify und Deezer zurück. Ich habe selbst schon etliche Dienste probiert und bin momentan mangels adäquater Alternativen beim Platzhirsch Spotify gelandet. Für meinen Teil bin ich mit Spotify aber nicht ganz glücklich, denn der erste und für mich bisher beste Dienst war Wimp. Wimp wurde jedoch im Frühjahr von Jay-Z aufgekauft und zu TIDAL umbenannt. Vorteil von Wimp war die Musikredaktion, die mehrmals die Woche tolle Playlisten und Specials zusammen zimmerte, die es einem wirklich einfach machten, neue Musik nach eigenem Gusto zu entdecken. In eine ähnliche Richtung ging auch das US-exklusive Beats Music, das letztes Jahr von Apple aufgekauft wurde und nun unter dem Namen Apple Music vermarktet wird.

An Apple Music ist also nicht Neues. Auch der Radiosender “Beats 1” ist keine Neuerung. Wer zu Hause eine Streaming-Lösung wie Sonos nutzt oder TuneIn auf dem Smartphone installiert hat, kennt bereits die tausenden Internatradios. Ob die “Connect”-Funktion ankommt, wird sich zeigen müssen. Im Prinzip versucht Apple hier nur, von Twitter ein paar Nutzer abzugreifen. Alles in allem ein recht gelungener Mix, den aber auch andere Dienste in der ein oder anderen Form zu bieten haben.

Das einzig wirklich interessante Feature ist der Family Plan. Bis zu sechs Familienmitglieder können dann Apple Music nutzen. Spotify hat jedoch laut The Verge schon angekündigt, dieses Preismodell zu übernehmen.

Die Musik wird bei Apple Music übrigens laut SlashGear nur mit nur mit 256 kbps übertragen, die Konkurrenz nutzt 320 kbps. Qualitativ ergibt das aber meines Wissens nach kein Problem, das menschliche Gehör nimmt da kaum noch Unterschiede wahr. Außerdem ist bei den Bitraten auch wichtig, welcher Codec (MP3, AAC, etc.) verwendet wird, dieser wird im verlinkten Artikel jedoch nicht genannt.

Im Großen und ganzen freue ich mich auf Apple Music, wenn der Dienst dann auch auf Windows-Geräten und Sonos nutzbar sein wird. Allein die Marktmacht von Apple wird dafür sorgen, dass er sich etabliert und die Konurrenz (-Preise, -Featues) etwas durcheinander wirbelt, damit Bewegung in den Markt kommt. Am Ende profitiert vor allem der Nutzer.

Quelle / Bilder: Apple