Kinderbuch “Mein kleiner Fisch” von Julia Reiter

Im Kinderbuch “Mein kleiner Fisch” von Julia Reiter geht es um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einer Katze und einem Fisch. Besonders stechen bei diesem Buch die ungewöhnlichen Illustrationen hervor, die es schaffen, das Meer und das Wasser sehr passend darzustellen, und gleichzeitig abstrakt genug sind, um Vieles der Fantasie zu überlassen. Julia Reiter ist Designerin und Illustratorin und hat es in Eigenregie geschafft, mit Hilfe von Crowdfunding ihr eigenes und selbst illustriertes Kinderbuch zu veröffentlichen.

Der Text, verfasst von Nico Schroth, ist sehr poetisch und in Gedichtform gehalten. Die Illustrationen umspielen den Text und bieten dabei jede Menge Raum zum phantasieren, für eigene Interpretationen und eigene Ideen.

“Inspiriert wurde ich durch einen sehr schönen Text aus einem Kinderbuch. Jedoch fand ich die Illustrationen darin mehr als enttäuschend. Dazu kam ein lieblos darüber gelegter Text. Das wollte ich anders machen. Es steckt eine Menge Herzblut in diesem Büchlein und ich hoffe, dass man das sieht.”

“Mein kleiner Fisch” ist komplett in Julias Freizeit entstanden. Irgendwann hat es sie gepackt, all die Kreativität, die man im Job nicht 100%ig so anwenden kann, wie man es für richtig hält – sondern wie es der Kunde haben will – einmal komplett ohne Einschränkungen auszuleben.

Ursprünglich hatte sie es auch noch gar nicht im Sinn, ein Buch herauszubringen. Julia hat einfach gemalt, nur für sich selbst. Dabei wurden die Bilder immer konkreter. Später entstand ein erstes Layout. So kam eines zum anderen – und heraus kam das Buch “Mein kleiner Fisch”.

Gezeichnet hat Julia schon ihr Leben lang. In der Schule war Kunst immer ihr Lieblingsfach. Darum hat sie sich auch für ein Designstudium in Schwäbisch Gmünd entschieden. In ihrem Berufsleben hat sie dann erste Erfahrungen in einem Mannheimer Verlag gesammelt. Danach in Köln als Motion Designerin, später in Ingolstadt und München als Automotive Interface Designerin.

Julia war es bei der Kreation ihres Buches wichtig, sich von den oft etwas einfallslosen Kinderbüchern abzusetzen und ein Buch zu erschaffen, bei dem Bild und Schrift perfekt aufeinander abgestimmt sind und durch einen hochwertigen Druck auch noch bestmöglich dargestellt werden. Um das Projekt realisieren zu können, das Werk professionell in Druck zu geben und vermarkten zu können, bediente sich Julia dem Crowdfunding. “Crowdfunding war für mich ohne Zweifel der perfekte Weg, um anzutesten, ob mein Buch überhaupt Anklang bei den Leuten findet, ganz ohne finanzielles Risiko. Für mich als auch für die Leser”, erklärt sie ihren Schritt. Und der Erfolg gab ihr Recht. Schnell waren die Gelder für eine Realisierung des Buches zusammen.

“Mein kleiner Fisch” ist seit 20. November über Amazon oder direkt über den Webshop (http://sonderfarbe.bigcartel.com/) erhältlich.

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Was ist Crowdfunding? 
Crowdfunding ist eine Art der Finanzierung. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen und vieles andere mit Eigenkapital, zumeist in Form von stillen Beteiligungen, versorgen. Ihre Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in aller Regel bestehend aus Internetnutzern, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.
(Quelle: wikipedia.org)

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Julia stand mir bei einem kurzen Interview zu ihrem Buch “Mein kleiner Fisch” Rede und Antwort:

Warum hast Du für das Buch einen eigenen Verlag gegründet?

Julia: Die meisten Verlage weisen einen ab, ohne das Buch gesehen zu haben. Wenn sie es sich doch ansehen, dann wollen sie an allen Stellschrauben drehen, um das Buch möglichst günstig produzieren zu können. Das war für mich keine Option. Mein Ziel war es, ein hochqualitatives Produkt zu entwickeln, das den Leuten Freude bereitet.

Mir war es wichtig, dass das Buch in Deutschland produziert wird und möglichst ökologisch hergestellt wird. Das Papier ist FSC verifiziert. Einige Arbeitsschritte wurden in der Druckerei sogar in Handarbeit gemacht. Entsprechend hat mich das alles mehr gekostet, jedoch finde ich, dass es sich gelohnt hat.

Das Crowdfunding war ja schon im Juli beendet. Warum hat es so lang gebraucht, das Buch zu veröffentlichen?

Da ich “Mein kleiner Fisch” komplett und alleine in meiner Freizeit erarbeitet habe, hatte ich am Tag etwa 2 bis 3 Stunden Zeit, etwas daran zu machen. Ich habe Marketing betrieben, mich über rechtliche Themen informiert und abgesichert. Der Text musste von einem Lektor geprüft und überarbeitet werden. Ein Webshop musste aufgebaut werden. Das Papier sowie Umschlag, Vorsatzpapier usw. mussten ausgesucht werden. Immer mit Wartezeiten dazwischen, bis die Muster bei mir ankamen. Ein Finanzplan musste erstellt werden. Ich habe einen Verlag gegründet – das bedeutet viele Amtsgänge und Formulare. Die gesamten Werbemittel habe ich selbst gestaltet und produziert. All das neben der Arbeit. Das verlangsamt den Prozess natürlich erheblich.

Deine Illustrationen sehen sehr ungewöhnlich aus. Was für eine Technik hast Du da verwendet?

Ich habe Tusche und Aquarellfarben verwendet.

Hast Du selbst Kinder?

Ich habe noch keine Kinder, ich würde aber sagen, dass ich noch sehr Kind geblieben bin 🙂

Warum dann ein Kinderbuch?

Als Gestalterin liebe ich schöne Bilder und Bücher. Kinderbücher sind für mich somit das Größte. Ich fand es sehr schade, wie viele Kinderbücher es gibt, die keinerlei Wert auf Typografie legen oder qualitativ schlecht und günstig produziert worden sind. Das wollte ich anders machen.

Was planst Du als nächstes?
Jetzt, da ich meinen eigenen Verlag habe, plane ich natürlich weitere Bücher. An Ideen mangelt es mir nicht, ich habe mindestens 30 weitere Konzepte angedacht.