“Die Alles ist möglich-Lüge” – Social Freezing und NIDO-Webinar zum Thema Unvereinbarkeit von Familie und Karriere

“Beruflicher Erfolg macht glücklich” und “Die Zukunft ist weiblich”. So tönt es uns Eltern von überall entgegen. Wer das nicht glauben will, dem wird gerne mit einem Killer-Argument begegnet: “Das ist doch alles nur eine Frage der Organisation”.

Erst gestern machte die Nachricht die Runde, dass Mitarbeiterinnen bei Apple und Facebook auf Firmenkosten die eigenen Eizellen einfrieren lassen können. Die Frauen sollen so das Kinderkriegen hinausschieben und ungehindert Karriere machen. Die beiden besagten IT-Unternehmen übernehmen bis zu 20.000 Dollar (15.800 Euro) der Kosten für die Entnahme der Eier und die jährlichen Kosten für deren Aufbewahrung. Diese Technik ist in den US of A unter dem Begriff “Social Freezing” bekannt. Die Altersjahre ab Ende 20 bis Mitte 30 gelten als entscheidend für die Karriereentwicklung. Viele Frauen stehen in diesem Alter vor der Entscheidung: Kind oder Karriere. Auch in Deutschland wird Social Freezing bereits angeboten. Dieser Artikel bei Spiegel Online beleuchtet ein paar Hintergründe zum Thema.

So sieht also eine gelungene Organisation aus, die beides ermöglicht… NICHT! Ich bin zwar ein Mann, doch viele gesellschaftliche Entwicklungen stoßen mir einfach nur noch sauer auf. Mittlerweile wird es in höher gebildeten Schichten als Normalität betrachtet, erst mit 40 ein Kind zu bekommen. Denn mit Anfang 30 muss man ja seine Karriere in den Griff bekommen. WTF? Wie allgemein bekannt ist, steigen ab dem 30. Lebensjahr die Risiken von Fehlgeburten oder Missbildungen exponentiell. Was also spricht dagegen, zuerst ein Kind zu bekommen und dann die Karriere zu planen? Wenn das Kind 10 ist, dann sind die Eltern in diesen Fällen meist über 50! In diesem Alter sollte man eher zu den Großeltern zählen, wie ich finde.

Wenn ich auf der Straße oder dem Spielplatz so alte Eltern sehe, muss ich meiner Natur entsprechend erst einmal ablästern. Den Druck raus lassen, damit ich nicht platze. Wir werden zwar alle älter, aber die biologische Uhr tickt deswegen nicht langsamer. Das hat schon alles seinen Grund. Mit 50 ist man einfach zu alt, um Kinder groß zu ziehen. Nicht nur aus körperlichen Gründen, auch geistig liegt dann nämlich ein halbes Jahrhundert zwischen dem Nachkömmling und seinen Eltern! Da muss man nicht Psychologie studiert haben, um zu wissen, dass das nur zu Problemen führt, die es gar nicht geben müsste.

Mal ganz davon abgesehen, dass dann halt mit 40 die Karriere am Ende ist, wenn man in diesem “biblischen” Alter Kinder bekommt.

Auch Susanne Garsoffky und Britta Sembach, beide Mütter zweier Söhne, fordern mehr Ehrlichkeit bei diesen Themen. Wie gut sind Familie und Beruf wirklich unter einen Hut zu bekommen? Wer steigt wann wie lange aus dem Beruf aus? Welches Betreuungsmodell halten sie für ideal? Und wer bezahlt das Ganze dann am Ende?

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Um diese und andere Fragen geht es im Buch „Die Alles ist möglich–Lüge. Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind“ von Susanne Garsoffky und Britta Sembach.

Das Buch ist eine Kritik an der Anforderung an junge Eltern, möglichst kurz aus dem Beruf auszusetzen, wenn die ersten Kinder kommen. Denn es ist eben nicht möglich, genug Zeit für seine Liebsten zu haben und ununterbrochen an der Karriere zu basteln, ohne einen Preis dafür zu bezahlen.

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Heute, am 16. Oktober um 21 Uhr, sprechen die beiden Autorinnen darüber mit Anke Helle, der stellvertretenden Chefredakteurin der Zeitschrift NIDO, im Rahmen eines Webinars über das Thema und ihr Buch. Unter www.nido.de/nido-webinar/ könnt Ihr dabei live dabei sein und mitdiskutieren!

Susanne Garsoffky & Britta Sembach Foto: Gudrun Senger

Wer vorab schon mehr über das Buch lesen will, findet weitere Informationen unter www.nido.de/artikel/diskutieren-sie-mit/, eine Rezension auf dem mama-Blog, sowie ein Video zum Thema in der Mediathek des NDR.

Ich werde mir mit meiner Frau auch das Webinar anschauen und mich gegebenenfalls einbringen.