Microsoft Socl – Alternatives Netzwerk zum Wissensaustausch

Socl (Codename Tulalip), wurde zuerst bekannt als internes Projekt und Designstudie von Microsoft. Dabei legt das neue soziale Netzwerk von Microsoft hauptsächlich seinen Fokus auf  Suchen, Entdecken und Soziale Interaktion mit visuellen Inhalten.

Auf der Startseite präsentiert Socl in einem dreispaltigen Layout die neuesten Beiträge. Diese können aus einem oder mehreren Artikeln, Bildern und Videos sowie einer Beschreibung des Nutzers bestehen. Das Layout erinnert stark an Pinterest. Die Sprache ist englisch, man kann jedoch in den Einstellungen festlegen, dass alle Socl-Inhalte von Bing automatisch ins Deutsche oder eine andere beliebige Sprache übersetzt werden.

Die Hauptfunktion von Socl ist das Suchfeld, welches mit der Bing-Suche verknüpft ist. Gibt man einen Suchbegriff ein, werden neben den Ergebnissen des eigenen sozialen Umfelds auch Resultate aus der Bing-Suche angezeigt. Interessant ist die Möglichkeit, neben Videos, Fotos und Nachrichten auch die Suchanfragen aus Bing zu teilen. Alle Interaktionen können kommentiert und mit Tags versehen werden. Daneben steht mit den “Riffs” eine Möglichkeit zur Verfügung, “visuelle Antworten auf bestehende Inhalte zu schaffen”. Beiträge zu bestimmten Themen lassen sich hier in Sammlungen organisieren. Mit den Socl-Apps, die für alle Plattformen verfügbar sind, können Nutzer zudem direkt auf die Kamera ihres Smartphones zugreifen, um Fotos oder Videos aufzunehmen und sie anschließend ins Socl-Netz zu stellen.

Startseite und Navigation

Der Nutzer kann zwischen folgenden Veröffentlichungs-Arten wählen: Quick Post, Collage, Video Party, Picotale, Blink und Kodu. Diese sechs Begriffe dienen auch zur Hauptnavigation in Socl. Quick Post steht einfach für die schnelle Veröffentlichung eines Textes, Links oder Bildes. Collage für die Erstellung einer Collage aus Bildern, Videos und Links. Video Party für eine Auswahl an bestimmten thematisch zueinander gehörenden Videoclips. Picotale ist eine Art Meme-Generator mit Spiel-Elementen, beispielsweise Bilder mit einem lustigen Text. Blink ist ein spezielles Dateifrmat für bewegte Bilder von Microsoft. Und Kodu ist ein Programm zum Erschaffen und Programmieren von Spielen.

Mit Hilfe der sogenannten “Collections” können gepostete Fotos, Artikel oder Links multidimensional sortiert werden. Entsprechende Tags können von jeder Person bei jedem Posting vergeben werden. So bildet sich ein allgemeines, von allen gebildeter Strom an Informationen, der auch passenderweise “Interest” genannt wird. Über die “Collections” wird außerdem eine persönliche Ebene einbezogen. Diese arbeiten ähnlich wie die Boards bei Pinterest. Man kann jedes Posting direkt seinen verschiedenen Collections hinzufügen. Den Collections anderer Personen kann man folgen. Praktisch ist, dass man auch direkt unter dem Bild eröffnen kann, in dem man einen neuen Collection-Namen vergibt. Damit stehen dem Nutzer zwei Perspektiven zur Verfügung: Die Allgemeine und die Persönliche.

Was sofort positiv auffällt ist, dass Socl mit deutlich weniger Text arbeitet. Zwar kann man auch wie bei Facebook Postings kommentieren und taggen, aber im Gegensatz zu Facebook steht bei Socl ganz klar die visuellen Darstellung von Inhalten (Bilder und Videos) im Vordergrund.

Die in wenigen Sekunden auf Socl erstellten Inhalte lassen sich Microsoft zufolge auch auf Facebook, Pinterest, Tumblr und Twitter veröffentlichen. Socl soll also keine Konkurrenz zu Facebook sein, ganz im Gegenteil. Es soll eine eigene Plattform darstellen, die neben den gängigen sozialen Netzwerken benutzt werden soll.

Profilseite und Suchfeld

In Socl getätigte Suchanfragen sind übrigens für andere Nutzer und Dritte einsehbar. Laut Datenschutzvereinbarung müssen Mitglieder dem jedoch zuerst zustimmen.

Die Community von Socl definiert sich eher über gemeinsame Themen und Interessen, an Stelle von real existierenden Verbindungen. Aus diesem Kontext heraus bekommt man auf viele Dinge neue Perspektiven und man kann wunderbar seinen Horizont erweitern. Das Konzept ist deswegen spannend, da jeder etwas zu den verschiedenen Interessengebieten beitragen kann. Sicher kann diese Plattform, wenn man sich auf sie einlässt, auch im Bildungs-Alltag eingesetzt werden. Sei es, um Ideen mit seinen Klassenkameraden zu teilen oder ein persönliches visuelles Notizbuch für Webrecherchen anzulegen.

 

Alle Beiträge zum Thema:

Teil 1: Mangel an IT und Medienkompetenz in deutschen Klassenzimmern
Teil 2: EDYOU – Das Netzwerk für die Schule von morgen
Teil 3: Scolibri – Das digitale Klassenzimmer
Teil 4: Google Classroom – Hausaufgaben-Tool für Lehrer
Teil 5: Microsoft Socl – Alternatives Netzwerk zum Wissensaustausch
Teil 6: Zusammenfassung und Fazit zum Thema Vernetztes Klassenzimmer