Google Classroom – Hausaufgaben-Tool für Lehrer

Nach einer kurzen Betaphase in den USA startet Google nun in weiteren Ländern, darunter auch Deutschland, mit dem neuen Unterrichtstool Classroom. Google hatte das Tool im Mai diesen Jahres vorgestellt. In der Erprobungsphase haben sich nach Angaben des U.S.-Unternehmens etwa 100.000 Lehrkräfte und Schüler aus 45 Ländern zum Testen angemeldet. Speziell für den Bildungsmarkt gedacht will Google vor allem Lehrern helfen, Hausaufgaben zu organisieren und zu verteilen. Googles Hausaufgaben-Tool stellt ein System zur Kommunikation der Kursteilnehmer außerhalb der Schule zu Projekten dar und soll einen Überblick der anstehenden Aufgaben bieten.

In der kurzen Erprobungszeit erfuhr Googles Classroom bereits einige Verbesserungen. So können Lehrer nun ihren Schülern bereits Anregungen zu einer offenen Hausarbeit geben, bevor diese eingereicht wurde. Außerdem gibt es jetzt ein einheitliches Informationsportal für jede Klasse. Lehrer können neue Text- oder Tabellendokumente automatisch jedem Schüler zukommen lassen. Und schließlich betont Google, dass Classroom auch auf den meisten Mobilgeräten gut funktioniert.

Classroom ist Teil der Google Apps for Education und integriert sich in die angepassten Versionen von Googles anderen Diensten Gmail, Docs und Drive. Mittels Google Docs erstellen die Lehrer Dokumente mit Aufgaben und verteilen diese an alle Schüler. Auch die Abgabe der Aufgaben und deren Auswertung funktioniert über Classroom. Dabei informieren die Google Education App den Lehrer in einer zentralen Übersicht, ob alle Schüler ihre Aufgaben erledigt und die Dokumente abgeschlossen haben. In einem zugeordneten Drive-Postfach legt das System beispielsweise automatisch einen Ordner für jede Klasse und für jeden Schüler an.

Für Schüler bietet die Anbindung an Classroom einige Optionen, um Arbeiten komplett am Rechner auszuführen, inklusive Recherchen, Ideensammlungen und der dazugehörigen Zeitplanung. Ihnen präsentiert sich Classroom als Sammelpunkt mit allen anstehenden Aufgaben und Informationen.

Google versichert, dass Classroom keine Werbung oder Personalisierungen enthält und auch nicht die von Lehrern erstellten Inhalte oder die Daten von Lernenden zu Werbezwecken verwendet. In Wahrheit hatte das Unternehmen das Scannen von Schul-Unterlagen schon eine Woche vor Beginn der Betaphase auf Grund von Protesten einstellen müssen.

Dass Angebote für Schüler grundsätzlich werbefrei sein sollten, erkannte vor Google schon Microsoft: “Klassenzimmer sollten werbefrei sein, und zwar online ebenso wie offline.” Microsoft führte in den USA die Suchmaschine “Bing in the Classroom” ein, die Lehrkräften Anti-Tracking-Einstellungen und Sperren (z.B. für Pornografie) ermöglicht.

Hintergrund für Googles und Microsofts Engagement ist der Kampf um den Bildungsbereich: Microsoft umwirbt Schulen oft mit Sonderangeboten für die hauseigene Hard- und Software, wobei Schüler ebenso wie Lehrpersonal abgedeckt werden. Apple versorgt Schulen und Universitäten mit iTunes U, über das u.a. Sach- und Lehrbücher für das iPad vertrieben werden. Und Google hatte im vergangenen November einen separaten App-Store für US-Schulen eröffnet.

Schulen, Lehrer, Schüler und Eltern können sich unter www.google.com/edu informieren und anmelden.

 

Alle Beiträge zum Thema:

Teil 1: Mangel an IT und Medienkompetenz in deutschen Klassenzimmern
Teil 2: EDYOU – Das Netzwerk für die Schule von morgen
Teil 3: Scolibri – Das digitale Klassenzimmer
Teil 4: Google Classroom – Hausaufgaben-Tool für Lehrer
Teil 5: Microsoft Socl – Alternatives Netzwerk zum Wissensaustausch
Teil 6: Zusammenfassung und Fazit zum Thema Vernetztes Klassenzimmer