Elternwahnsinn – Wenn Kinder überfordert werden

Wer kennt sie nicht, diese spezielle Spezies von Eltern, die ihre Kinder direkt nach der Geburt in den nächsten öffentlichen Swimmingpool werfen, um sie zu fördern. Offiziell läuft das dann unter Namen wie “Babyschwimmkurs” oder “Eltern-Kind-Schwimmen”. Oder diese Eltern bringen die Kleinen, die sich noch nicht einmal von selbst auf den Bausch drehen können, zum Baby-Yoga.

Wie muss ich mir das vorstellen? Steht das Baby da plötzlich auf und fängt an Übungen wie den Sonnengruß oder einen Baum zu machen? Oder Springt es nach ein paar Runden im Becken freiwillig vom 3-Meter-Turm, den es nur mit Hilfe der Übermutter erklimmen konnte?

Wenn ich die Bilder von Yoga-Übungen mit den ersten Gehversuchen von unserem KIND vergleiche, da kann ich da ganz gut Parallelen erkennen. Und unser KIND hat nie solche Kurse besucht. Wer profitiert also letztendlich vom Baby-Yoga-Kurs? Ich schätze, nur der Kursleiter und das Gewissen dieser Eltern, denn Aufstehen und Laufen lernen die Kleinen irgendwann von ganz allein.

Vielleicht sollten diese Eltern mal ein wenig nachlesen, was passiert, wenn man seine Kinder einfach nur überfordert. Und dass sie beim Babyschwimmen ihre Sprösslinge sogar immensen gesundheitlichen Risiken aussetzen. Mal abgesehen davon, dass das Kind ertrinken kann, warnen nämlich Mediziner davor, dass Babys im ersten Lebensjahr vermehrt Infektionskrankheiten wie Mittelohrentzündung, Durchfallerkrankungen und Atemwegserkrankungen auf Grund dieser Schwimmstunden bekommen. Und dass der Verdacht besteht, dass in Chlor-Wasser entstehendes Gas Asthma auslösen kann. Für jeden frei ersichtlich unter Wikipedia.

Wem das als Lektüre nicht ausreicht, kann auch gerne mehr in der aktuellen Ausgabe der ELTERN erfahren.  In ihrem großen Titelthema “Schlau fördern” erklärt ELTERN in der aktuellen Ausgabe, was Kinder von ganz allein lernen und wo sie wirklich Hilfe brauchen. Und wer sich nicht davon angesprochen fühlt, kann sich die Zeitung auch kaufen, um sie entsprechenden Eltern (sprichwörtlich) um die Ohren zu hauen.

Wie ich immer sage, es kommt einfach auf die gesunde Mischung an. Fördern JA, aber bitte vernünftig. Geht lieber mit dem Kind an den See, wenn es draußen heiß ist, oder setzt Euch an einen Tisch und gebt ihm Papier und Buntstifte.  So machen wir das auch. Das Geld, dass wir wegen der nicht besuchten Kurse sparen, geben wir dann für einen Besuch im Zoo aus.

Bildquelle: Giselle Bündchen via Instagram